Wissenschaftler der TU Berlin haben untersucht, welche Faktoren die
Gesundheit bestimmen und einen Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und
Gesundheit in Deutschland festgestellt. Die Datenauswertung ergab bei Männern
und Frauen (Alter: 31 und 69 Jahre; Zeitraum: 1984-1998) aus unteren sozialen
Schichten mehr ein mehr als doppelt so hohes Sterberisiko wie für die Befragten
aus höheren sozialen Schichten.
Die geringere Lebenserwartung in den unteren sozialen Schichten konnte zum Teil
durch ein ungünstiges Gesundheitsverhalten (höherer Zigaretten- und
Alkoholkonsum, öfter Übergewicht, geringere sportliche Aktivität, seltenere
Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen, unregelmäßiges Frühstück) erklärt
werden. "Das Sterberisiko ist aber auch unabhängig vom
Gesundheitsverhalten in den unteren sozialen Schichten deutlich erhöht",
so Stephan Müters, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für
Gesundheitswissenschaften der TU Berlin.
Fazit: Materielle und persönliche Lebenssituation (z.B. im Beruf,
Arbeitslosigkeit) beeinflussen maßgeblich das Sterberisiko.
Präventionsmaßnahmen für sozial benachteiligte Gruppen müssen einen höheren
Stellenwert bekommen.
Download der Ergebnisse des Forschungsprojektes unter www.ifg-gs.tu-berlin.de/projekte/osgd/Endbericht.pdf
Idw-online/Burkhard Hasse