Inhalt der Juli-Ausgabe: |
|
Agenda 2010 - Fahrplan in die Armut "Wir brauchen mehr Arbeit - Das ist das
Entscheidende" UnRecht Aktuelle Urteile IG BAU aktiv für Arbeit: ALPRO Schöne neue Welt Die Ihr AG Gesundheit - Die Meinung "Eine richtige Betreuung mit allem Drum und Dran"
Gewerkschaften und Erwerbslose - Die Meinung Literaturprojekt "Gesucht wird …" |
Agenda 2010 - Fahrplan in die ArmutEin Mann sieht rot / Nur noch 10% Beton!Inhalte der Agenda 2010 wurden auf dem SPD Sonderparteitag am 01.06.2003 in Berlin mit 90% Zustimmung der Delegierten verabschiedet. Verabschiedet hat sich damit auch die SPD als Partei mit Anspruch auf Organisierung von Solidarität und sozialer Gerechtigkeit. Die Agenda 2010 geht nun in die Gesetzgebungsverfahren. |
Gewinner und VerliererÜberblick über Gewinner und
Verlierer von Agenda 2010 als Teil des der- |
|
Gewinner
|
Verlierer
|
Rückschau:1. Maifeier Sehnde 1. Mai Hannover 07.05 Gerstertag (Bekanntgabe der neuesten Arbeitslosenzahlen) 16.05/24.05. Info Meile Kröpcke / Demonstration der Gewerkschaften "für Reformen - gegen Sozialabbau" 01.06 SPD Parteitag Agenda 2010 |
HorrorskopDas Horrorskop verdanken wir dem seit vielen Jahren für seine genauen Vorhersagen zur Beschäftigungsentwicklung berühmten chinesischen Astrologen Flo Ri An.
Widder. 21.03.-20.04.
|
| Alter | Anspruchsdauer in Monaten heute* |
Anspruchsdauer in Monaten geplant |
Verlust in EURO (gerundet)** |
| ab 45 Jahre | maximal 18 | 12 | 6.800 |
| ab 47 Jahre | maximal 22 | 12 | 11.400 |
| ab 52 Jahre | maximal 26 | 12 | 16.000 |
| ab 55 Jahre | maximal 26 | 18 | 9.100 |
| ab 57 Jahre | maximal 32 | 18 | 16.000 |
| *abhängig von der Anzahl der Beitragsmonate | |||
| **Beispielannahmen: Bauarbeiter, Durchschnittsverdienst Hoch- und Tiefbau West, verheiratet, Steuerklasse III | |||
"Wir brauchen mehr Arbeit - Das ist das Entscheidende"Interview mit Michael Sommer, DGB-Bundesvorsitzender |
||
|
HALZ: Heute ist ein wichtiger Tag, um den DGB in der Öffentlichkeit zu positionieren. Die Sprüche von "Betonköpfen", "Verweigerern" etc. sind ja Legion. Was will der DGB in den nächsten Monaten tun, um die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit zu
verbessern? |
|
|
HALZ: Heute waren - ein gutes Zeichen - Redner der IG BCE und der GdP dabei. Aber in der letzten Zeit gab es auch einen Alternativvorschlag von Einzelgewerkschaften des DGB, es gibt ja durchaus Unterschiede zwischen der IGM, Ver.di auf der einen und u.a. der IG BCE auf der anderen Seite. Wie will der DGB da mit einer Stimme reden? Das Gespräch mit Michael Sommer führten am Aktionstag des DGB gegen Sozialabbau am 24. Mai 2003 Burkhard Hasse und Klaus-Dieter Gleitze HALZ meint: Gewerkschaften sollten jeden Tag deutlich machen, dass sie die Rechte und
Interessen der Beschäftigten, Rentner und Erwerbslosen vertreten. |
||
StellenanzeigeDie HALZ-Redaktion sucht drei freie Mitarbeiter/innen |
|
|
Wir erwarten - Interesse an sozialen Themen Wir bieten - volle unbefristete Stellen zum Ehrenamtstarif |
Bewerbungen bis zum 31. Juli 2003 |
| Bei gleicher Qualifikation werden Frauen und Schwerbehinderte bevorzugt eingestellt. | |
UnRechtAktuelle UrteileParkplatz schon bei Gehbehinderung Freibier ist auch Lohn Heilpraktiker selbst bezahlen Kopftuch ist erlaubt Keine Sperrzeit bei Lohnwucher Zusammenstellung: (rd) |
Initiativen und BeratungArbeitskreis Arbeitlose Linden Ver.di Erwerbslosenausschuss Arbeitslosenzentrum Hannover ASG Hannover
SONET |
Gemeinsam sind wir starkIG BAU aktiv für Arbeit: ALPRO Das im Bezirksverband Niedersachsen-Mitte der IG BAU initiierte Arbeitslosenprojekt
ALPRO startet nun auch auf Bundesebene durch. Drei Hauptziele Information und Engagement im Mittelpunkt Gemeinsam sind wir stark Kontakt: |
Schöne neue WeltDie neue A-(rbeitslosen) Klasse Kapital für Arbeit - ein Flop Vermittlungsgutschein - noch ein Flop Und nach einem Jahr die Erfolgsbilanz: Das Wetter |
Die Ihr AGEin Jahr ist es jetzt her, dass Peter Hartz sein Konzept zur Senkung der Arbeitslosenzahlen vorlegte und die Ich AG ins Spiel brachte. Der Sprung ins kalte Wasser der Selbstständigkeit - als Kofferträger, als Hundeausführerin, als dritter Mann beim Skat oder als sonst was - das, so Hartz, sollte für viele der Weg sein aus der tristen Existenz als Bezieher von Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe. Daraus ist nicht viel geworden. Die Zahl der Arbeitslosen ist weiter gestiegen und nirgendwo glückliche Existenzgründer. Konnte auch nicht funktionieren, die Idee. Denn wenn ich eine Ich AG gründe, dann sinkt die Zahl der Arbeitslosen gerade mal um einen. Das ist zu wenig. Du und alle anderen Arbeitslosen, ihr alle müsst euch selbstständig machen. Die Ihr AG, das ist der Weg. Wenn ihr alle euch selbstständig macht, dann bin am Ende nur noch ich arbeitslos. Und Ich gründe dann eine Ich AG. Dann ist auch der letzte Arbeitslose verschwunden und das Problem ist vom Tisch. Die Ihr AG, das ist der Weg, Herr Hartz. Darauf hätten sie im Grunde auch selber kommen können. Eckhart Dietze |
Gesundheit - Die MeinungHeinz Stapf-Finé, Abteilungsleiter Sozialpolitik beim DGB-Bundesvorstand |
||
|
HALZ:
Momentan ist wieder das Thema "Gesundheitskosten explodieren" auf der Tagesordnung. Leistungen werden gekürzt. Der DGB setzt auf "mehr Qualität, mehr Wettbewerb und mehr Effizienz". Was verbirgt sich hinter diesen drei wichtigen Zielen? Heinz Stapf-Finé: Das wir eine Kostenexplosion haben, ist ein Gerücht. Die Zahlen zeigen ganz deutlich: wir haben in den letzten 20 Jahren eine relativ konstante Ausgabensituation, die Ausgaben für die gesetzliche Krankenversicherung schwanken etwa um die 6 % des Bruttoinlandsprodukts. Was wir vielmehr haben, ist ein Einnahmenproblem und es zeichnet sich im Augenblick leider ab, dass die Finanzierungsfrage die Debatte um die Gesundheitsreform überlagert. Das ist schade. Wir hätten es begrüßt, wenn die Finanzfragen und Strukturfragen getrennt beraten worden wären. Denn neben der Herausforderung, wie können wir künftig die gesetzliche Krankenversicherung unabhängig machen von konjunkturellen Schwankungen und Entwicklungen im Arbeitsmarkt, stellt sich die Frage: wie können wir Verschwendung im Gesundheitssystem abbauen? |
||
|
Es gibt durchaus das Phänomen, das wir im internationalen Vergleich relativ viel ausgeben und relativ mittelmäßige Leistungen erhalten. Deshalb hat der DGB in seinen Eckpunkten zur Gesundheitsreform herausgestellt: mehr Qualität, mehr Wettbewerb unter den Leistungserbringern, um diese Qualität auch Patienten gerecht zu erstellen, und bessere Integration der Versorgung, damit der Versicherte in seinem Weg durch den Versorgungsprozess nicht mehr allein auf sich gestellt ist. Das Gespräch mit Heinz Stapf-Finé (Abteilungsleiter Sozialpolitik beim DGB-Bundesvorstand) wurde am 14. Mai 2003 auf einer Betriebs- und Personalrätekonferenz in Hannover von
Burkhard Hasse und Klaus-Dieter |
|
HALZ im Interview mit Gerd Andres"Eine richtige Betreuung mit allem Drum und Dran" |
||
|
HALZ: Welchen Zuwachs an Arbeitsplätzen verspricht sich die Bundesregierung von der
Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe auf das Niveau der Sozialhilfe im Lauf der nächsten zwei bis drei Jahre? |
|
|
|
Die Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt sind aber leider nicht günstig. Es ist aber wichtig für die Arbeitslosen, dass sie in Jobs kommen. Nachgefragt: was bringt das an Jobs? 500.000? 100.000?"
Gerd Andres: Wir brauchen ein "mehr" an Arbeitsplätzen, das ist gar nicht bestritten. Aber das spricht nicht gegen eine solche Reform. Sozialhilfeempfänger werden künftig einbezogen in die Renten- und Pflegeversicherung. Woher Sie genau wissen wollen, wie die Leistungssätze aussehen werden, weiß ich nicht. Es gibt bisher kein Gesetzgebungsverfahren. Wir haben die Entscheidung für uns getroffen, dass wir ein Stufenmodell machen wollen. Das bedeutet, das Menschen, die aus der Arbeitslosenhilfe kommen, über ein Zuschlagsmodell 160 € für ihn, 160 für einen erwachsenen Familienangehörigen und 60 € pro Kind zusätzlich erhalten, so dass man die Leistungssätze erst einmal abwarten muss, bevor man sie festlegt. HALZ: Da sind die wegbrechenden Einnahmen - gesamtstaatlich 126 Mrd. € laut Finanzminister Hans Eichel. Welche Maßnahmen will die Bundesregierung ergreifen, um Kommunen zu unterstützen, beispielsweise durch kommunale Beschäftigungsgesellschaften?" Gerd Andres: Wir sind erstens der Meinung, dass durch die Zusammenlegung natürlich die Kommunen kräftig entlastet werden. Diese Entlastung muss sich auch darin widerspiegeln, dass die Kommunen diese Entlastung bei sich behalten. Der zweite Schwerpunkt ist, das wir dringend an einer Modernisierung der Gewerbesteuer arbeiten müssen. Damit die Kommunen zukünftig vernünftige kalkulierbare eigene Einnahmen haben. Das werden wir realisieren. HALZ: Wir danken für das Gespräch.
Das Gespräch mit Gerd Andres (SPD, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Arbeit) führten
Burkhard Hasse und Klaus-Dieter Gleitze am 16. Mai 2003 am Aktionstag des DGB zur Gesundheitspolitik
in Hannover. |
||
|
||
|
LeserbriefWem nützt die Agenda 2010?Wenn man in diesen Tagen den Bundeskanzler und seine engsten Mitstreiter im Bundestag oder
anderswo sprechen hört, könnte man die Frage stellen, Willi Orzykowski, Hannover |