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Inhalt der Ausgabe 5 - Winter 2003/2004 |
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Soziale Gerechtigkeit - eingefroren. 2003 ist am Ende. [mehr...] Seitenblick Demonstration gegen den Sozialabbau in Berlin
- ein Signal an die Regierenden Horrorskop www "Ich bin dafür, dass die EKD Stellung nimmt zu den derzeitigen Diskussionen." Vermögen: Im Ausland höher besteuert Das Soziale neu denken UnRecht Aktuelle Urteile Null-Laden, Szenia und Tagestreff Initiativen und Beratung: Schöne neue Welt
"Was fehlt, ist ein öffentlich geförderter Arbeitsmarkt" Tipps und Geld Bewerbungskosten-Erstattung / Reisekosten zu Vorstellung / Praxisgebühren ab 01.01.04 / ... Abschaffung von Arbeitslosigkeit - durch mehr Bewerbungen Stellenanzeige Leserecho / Die neue Ich-AG-Idee / "Druck auf den Strassen … " / PSA-Zwischenbilanz 2003 "Solange ich kämpfe, lebe ich." |
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Soziale Gerechtigkeit - eingefroren. 2003 ist am Ende. 2004 liegt vor uns und die Aussichten sind düster. Trotz Massenarbeitslosigkeit soll noch länger und für "lau" gearbeitet werden. Schlecht bezahlte Mini Jobs und ICH AGs werden von der Bundesregierung gefördert. Weiterbildung findet praktisch nicht mehr statt. Ein staatlich geförderter zweiter Arbeitsmarkt als Alternative zur wachsenden Massenarbeitslosigkeit hat keine Chance. Obdachlosigkeit nimmt wieder zu. Die Suppenküchen können den Andrang kaum noch bewältigen. Chronisch Kranke und Sozialhilfeempfänger sind verängstigt, weil sie nicht wissen, wie sie im neuen Jahr Medikamente und Behandlungen bezahlen sollen. Auf der anderen Seite: Überdachte, überwachte Konsum-Luxustempel und von schwarzen Sheriffs abgeriegelte Wohnidyllen. Die Kluft in unserer Gesellschaft wird immer größer. Drei Affen Die politisch Verantwortlichen verhalten sich wie die drei Affen: nichts sehen - nichts hören - nichts sagen. Schlimmer: Sie treiben die Spaltung der Gesellschaft und Umverteilung von unten nach oben bewusst voran. Was tun? Auswandern, raus aus der Kälte? Nach Südamerika zum Beispiel? Wozu? Wenn das hier so weiter geht, haben wir als Folge der globalen Klima- und Gerechtigkeitskatastrophe nicht nur mittelamerikanische Temperaturen, sondern auch Armut und Verzweifelung. Oder im Land bleiben und sich wehren? Ansätze sind erkennbar. Am 1. November über 100.000 Menschen in Berlin, am 18. November 50.000 in Wiesbaden und am 10. Dezember Auftakt für ein soziales Bündnis in Niedersachsen in Hannover - alle haben eins gemein: bunter vielfältiger Widerstand von Menschen aus Gewerkschaften, Sozialverbänden, Kirchen, Initiativen, Betroffene und Engagierte gegen einen Sozialabbau auf allen Ebenen. Und es geht weiter |
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Verarmung als Programm Die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe wird für fast 3 Millionen Menschen zu massiven materiellen Verlusten führen. Drei von vier Beziehern von Arbeitslosenhilfe werden keine Leistungen mehr erhalten oder eine weitere Kürzung verkraften müssen. Besonders hart wird es die Betroffenen in Ostdeutschland treffen. Fast 80% werden sich verschlechtern, 36% werden die Unterstützungsleistungen vollständig gestrichen. |
SeitenblickDemonstration gegen den Sozialabbau in Berlin
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HorrorskopDas Horrorskop verdanken wir dem seit vielen Jahren für seine genauen Vorhersagen zur Beschäftigungsentwicklung berühmten chinesischen Astrologen Flo Ri An.
Widder. 21.03.-20.04.
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WWWwww.Beschäftigungssicherung in NRW
Das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen hat eine spezielle Seite für Informationen zur Beschäftigungssicherung, zum Beschäftigtentransfer bei Umstrukturierungen und für die arbeitsorientierte Modernisierung freigeschaltet. |
![]() Demonstration am 10. Dezember 2003 in Hannover |
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"Ich bin dafür, dass die EKD Stellung nimmt zu den derzeitigen Diskussionen."HALZ-Gespräch mit Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann |
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HALZ: Die beiden großen Kirchen wiesen in ihrem Sozialwort von
1997 auf die bedrohliche soziale Schieflage in unserem Land hin. Kann
diese Stellungnahme für ein gerechtes Miteinander künftig eine Plattform
sein für ein verstärktes gesellschaftliches Engagement von Kirchen,
Sozialverbänden, Initiativen und Gewerkschaften? Wird die evangelische
Kirche nach mehr als fünf Jahren und angesichts einer Zuspitzung der
Problemlage eine aktuelle Analyse in absehbarer Zeit vorstellen? Dr. Margot Käßmann: Das Sozialwort von 1997 ist eine gute Grundlage mit seinen intensiven Ausarbeitungen zu Fragen: Was ist soziale Gerechtigkeit, was bedeutet gesellschaftliche Beteiligung, wie können wir vergleichbare Lebensbedingungen und Lebenschancen für alle schaffen? Ich bin dafür, dass die EKD in absehbarer Zeit in Kurzfassung auf der Grundlage des gemeinsamen Sozialwortes Stellung nimmt zu den derzeitigen Diskussionen. Ich glaube, wir kommen in eine Schieflage, wenn in den ganzen Reformdebatten immer gefragt wird: Wie kann bei Sozialhilfeempfängern, bei Arbeitslosen, bei Renten gespart werden - und die ganze Problematik des Sozialwortes, das ja einen Armuts- und Reichtumsbericht gefordert hat, überhaupt nicht zum Zuge kommt. |
![]() Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann |
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Beispielsweise gab es in Deutschland noch nie so viele Sparguthaben wie heute, es gab noch nie so viel Vermögen, das vererbt wurde. All das kommt in der jetzigen Reformdebatte gar nicht in den Blick. Wir brauchten eine aktualisierte Kurzform zur jetzigen Reformdebatte auf der Grundlage des Sozialwortes und der Rat der EKD wird das miteinander diskutieren müssen. "Außerdem finde ich es geradezu absurd, zu sagen: 'Wir brauchen noch mehr Zeit zum Einkaufen'."HALZ: Vertreter von Fachverbänden des Einzelhandels und
Wirtschaftspolitiker fordern seit längerem, dass die Geschäfte auch am
Sonntag geöffnet sein dürfen. Wie wollen Sie vor diesem Hintergrund Ihre
Forderung "Ohne Sonntage gibt es nur Werktage" durchsetzen und
eine notwendige Kultur der Ruhe, Muße und Einkehr fördern? "Was jetzt passiert ist, eine Individualisierung, die auch lebenszerstörend wirkt."HALZ: Zur eben von Ihnen angesprochenen Frage der Kultur in dieser Gesellschaft: der grosse Theologe Karl Barth hat darauf hingewiesen, dass die Annahme von fremdem Leid eine Grundlage für jede Kultur bildet. Wie kann dieses Postulat von Nächstenliebe und Solidarität nach Ihrer Einschätzung für die Menschen zu einer täglich spürbaren und erlebbaren Erfahrung werden? Das Gespräch führten Burkhard Hasse und Sabine Grizewitsch am 17.November 2003 im Büro der Landesbischöfin, Foto: Klaus-Dieter Gleitze. |
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Das Soziale neu denkenSo lautet der Titel des neuen Sozialpapiers der katholischen Bischöfe. Ein anspruchsvolles Ziel - wird es eingelöst? Die Ausgangslage: "Deutschland steuert auf den Zusammenbruch seiner Sozialsysteme zu", meinen die Autoren. Und woran liegt es nach ihrer Meinung? "Ohne Kinder gibt es keine Zukunft." Die Dominanz des Sozialstaats untergräbt die Bereitschaft zur Solidarität. Und welcher Weg soll beschritten werden? Die Chance der Reformen soll u.a. in der "Förderung von Eigenverantwortung statt Fremdverantwortung, von Selbständigkeit statt Abhängigkeit" liegen. Das klingt bekannt. Richtig - es passt in den politischen mainstream, der das Heil im schlanken Staat und in der Privatisierung aller Lebensbereiche sieht. |
UnRechtAktuelle UrteileLebensversicherung nicht sicher Anderweitiger Einsatz ist zu prüfen Arbeitslosengeld auch nach Aufhebungsvertrag Auf der Brille nicht versichert Anspruch auf befristete Arbeitserlaubnis Kündigung Langzeitkranker zulässig |
Null-Laden, Szenia und TagestreffDer Verein Selbsthilfe für Wohnungslose e.V. richtet sich mit seinem Angebot an Menschen im Wohnungsnotfall, d.h. an Menschen, die wohnungslos sind, von Wohnungslosigkeit bedroht sind, in unzumutbaren Wohnverhältnissen leben oder. Leitgedanke unserer Arbeit ist die Aktivierung der Selbsthilfekräfte mit dem Ziel einer aktiven Bewältigung schwieriger Lebenslagen und eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Wir bieten an: Und das sind unsere Anlaufstellen:Null-Laden alkoholfreier Tagestreff mit angeschlossener Wohngruppe |
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Tagestreff Benzweg 1 für Menschen in Wohnungsnot und Armut |
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Initiativen und BeratungArbeitskreis Arbeitlose Linden ver.di Erwerbslosenausschuss Arbeitskreis Arbeitslose IG METALL SONET (Erwerbslose aus sozialem und pädagogischem Bereich) Projektgruppe gegen die Agenda 2010 |
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Arbeitslosenzentrum Hannover ASG Hannover Arbeitslosenprojekt ALPRO Burgdorf |
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Schöne neue WeltLänger arbeiten = mehr ArbeitsloseIm internationalen Vergleich sind nach einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung die Länder beschäftigungspolitisch erfolgreich, die die kürzesten tatsächlichen Wochenarbeitszeiten haben. Während Niederlande, Dänemark und Italien vorne liegen, ist Deutschland nur EU-Durchschnitt. Warum bringt weniger arbeiten mehr Jobs? Die Verteilung von Arbeit lässt sich bei kürzeren Arbeitszeiten leichter umsetzen. Und in der Regel steigt zudem die Arbeitsproduktivität, was sogar die Bosse schätzen. Mini-Jobs - das Wundermittel gegen Arbeitslosigkeit?Der Niedriglohnsektor boomt. Fast 7 Millionen Menschen (Stand: Ende September 2003) sind als "geringfügig entlohnt" registriert. Das sind eine Million mehr als vor einem Jahr. Klingt doch gut, endlich ein Erfolg für Schröder & Co? |
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Aber IV: Würden die Mini-Jobber den üblichen Beitrag für die Arbeitslosenversicherung zahlen, kämen fast 2 Milliarden Euro in die Kasse in Nürnberg. Leistungen müssten nicht gekürzt werden. Rot-grün erfolgreich -
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"Was fehlt, ist ein öffentlich geförderter Arbeitsmarkt"Aus einem HALZ Interview mit Fred Uwe Schulz, Vorsitzender DGB Region Niedersachsen-MitteHALZ: Durch die sog. Hartz-Gesetze sind Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) und Strukturanpassungsmaßnahmen (SAM) abgebaut worden. Welche Erfahrungen hast Du mit diesen arbeitsmarktpolitischen Instrumenten gemacht? |
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Fred-Uwe Schulz: Diese Instrumente haben positive Wirkungen gezeigt. Bundesweit entsprach die Zahl der ABM etwa einem Prozent der jeweiligen Arbeitslosenquote. Sie waren ein bedeutendes Element für mehr Beschäftigung. In der Region wurden z.B. im Verein "Arbeit und Dritte Welt" in Hildesheim durchschnittlich 50 Menschen über diese Fördermittel integriert. Das ermöglichte ihnen einen Weg aus der Arbeitslosigkeit. Zudem wurden in diesem Rahmen begleitend Fortbildungs- und Umschulungsprogramme gefördert, um ergänzend die Vermittlungschancen der Erwerbslosen zu erhöhen. Was uns aber fehlt, ist ein öffentlich geförderter Arbeitsmarkt und eine gesetzliche Grundlage zur dauerhaften Förderung von Projekten. |
![]() Fred-Uwe Schulz und Burkhard Hasse (HALZ) |
Tipps und GeldBewerbungskosten ErstattungBewerbungskosten werden pauschal bewilligt. Pro Bewerbung erstattet das Arbeitsamt 5,- €. In einem Jahr werden zurzeit bis zu 260,- € insgesamt erstattet. Den Antrag erhalten Sie in Ihrer zuständigen Vermittlungsstelle. Mit dem Antrag sind eine Adressliste und Kopien der jeweiligen Bewerbungsanschreiben zur Einsichtnahme einzureichen. Der Antrag muss spätestens bis Ende der angegebenen Jahresfrist eingereicht werden. Reisekosten zur VorstellungDie Antragstellung und die vorherige Zustimmung des Arbeitsamtes muss vor Beginn der Reise liegen: Bitte denken Sie daran, sich in jedem Fall vom Arbeitgeber eine Bescheinigung ausstellen zu lassen aus der hervorgeht, dass Sie aufgrund einer Einladung zum Vorstellungsgespräch für eine beitragspflichtige Beschäftigung erschienen sind und dass keinerlei Kosten übernommen wurden. Diese Bescheinigung ist im Arbeitsamt einzureichen und Grundlage für die Erstattung der Reisekosten Praxisgebühren ab 01.01.0410 Euro Gebühr - einmal im Vierteljahr - Tipps für eine reibungslose Abwicklung: Bürgertelefon zum NulltarifDas Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung hat sog. Bürgertelefone (Montag bis Donnerstag von 8 bis 20 Uhr) zu verschiedenen Themen zum Nulltarif freigeschaltet: |
Tipps und GeldSpartipp Sparen im Netz Alles umsonst Arbeitsamt dicht? Arbeitslose und das Bankgeheimnis Arbeitslosenhilfe und Lebensversicherung |
Abschaffung von Arbeitslosigkeit - durch mehr BewerbungenEs gibt in Deutschland über 4 Millionen offiziell gemeldete Erwerbslose. Diese sind gehalten, sich ständig um nicht vorhandene Arbeitsplätze zu bemühen. Zumutbar sind bis zu 10 Bewerbungen pro Monat; theoretisch wären das ca. 500 Millionen Bewerbungen im Jahr. Dieses Bewerberpotenzial könnte für einen enormen Stellenzuwachs sorgen - und zwar so: |
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Dass das Produkt Bewerbung eine kapitalkräftige Investition in die Zukunft ist, haben Finanzpolitiker längst erkannt. Massenhaftes Bewerben saniert den Staatshaushalt nachhaltiger als jede Tabaksteuer. |
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StellenanzeigeDie HALZ expandiert.
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- Vertrieb und Logisitik
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Wir erwarten - Engagement für soziale Themen - fundierte Kenntnisse - Bereitschaft, sich schnell in neue Aufgaben einzuarbeiten - Teamfähigkeit Wir bieten |
Bewerbungen bis zum 30. November 2003 bitte an
Leserecho "Dummheit siegt! Widerstand ist nicht zwecklos! Aber Widerstand, der Forderungen an das Die neue Ich-AG-IdeeIch lebe Ihr Leben "Druck auf den Strassen … "Aus einem HALZ Interview mit Jürgen Peters (IG METALL Vorsitzender) Jürgen Peters: "Die IG Metall hat in ihren Reihen rund 320.000 Mitglieder, die derzeit ohne Arbeit sind. Wir sind die größte organisierte Arbeitsloseninitiative. … Wir werden den Dialog mit den politischen Parteien führen und gleichzeitig, wenn es nötig ist, Druck auf den Straßen entfalten." Vollständiges Interview: Halz-Online PSA - Zwischenbilanz 2003PSA (Personal Service Agentur) HALZ Vorschlag: |
"Solange ich kämpfe, lebe ich."Auszüge aus einem Gespräch mit einer Langzeitarbeitslosen
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HALZ: "Welchen Einschränkungen bist Du als Langzeitarbeitslose unterworfen, wie macht sich das im Alltag bemerkbar?" "Mit zunehmendem Alter wurden die Phasen der Erwerbslosigkeit länger. Das bedeutet zum einen, dass es nie möglich war eine Grundlage für mein Leben, geschweige denn eine Alterssicherung aufzubauen, zum anderen nie so etwas wie Sicherheit und aufgefangen werden zu erfahren. In den ersten Jahren suchte ich die Schuld für mein "Versagen" bei mir. Jede neue Absage auf eine Bewerbung löste Angst und Verzweiflung aus. Nach Depression und Panik bis hin zu Suizidgedanken, kamen Wut und Hass. Ich wurde ein Mensch, den ich selbst nicht leiden konnte. Mit fachlicher Hilfe lernte ich in den folgenden Jahren die Schuld nicht bei mir zu suchen. Ich verfolgte jetzt die Strategie des Überlebens, statt der der ständigen Rechtfertigung. Nutzte Offenheit, statt verschämter Lügen und Ausreden. |
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Ein Beispiel: Fragte mich früher jemand ob ich mit in ein Restaurant, zu einer Veranstaltung komme, erfand ich Ausreden. Es war mir zu peinlich. Heute sage ich, dass ich kein Geld dafür habe. Agenda 2010 heißt Ausschluss Mit Ankündigung der Agenda 2010 ist es aus damit. Jetzt sind sie wieder da, die unwillkommenen, aber vertrauten Begleiter, Panik, Zukunftsangst und Depression. Komme ich jetzt schon kaum mit dem Geld aus, wie soll ich es nächstes Jahr schaffen? HALZ: "Du engagierst Dich in Erwerbsloseninitiativen, was bedeutet das für Dich?" "Zum einen ein Stück von diesem Kampf, ein Kampf gegen die
Selbstaufgabe. Eine Suche nach Mitteln zum Überleben. HALZ: "Welche Wünsche, Erwartungen, Forderungen hast Du" "An erster Stelle wünsche ich mir in unserem Lande mehr offene Augen und den Mut für Schwache einzutreten, den Mut, über Tatsachen zu sprechen anstatt sich hinter manipulierten Statistiken und Vorurteilen zu verstecken. Es ist dringend notwendig, statt Sozialabbau zu fördern wieder Sozialethik, Menschlichkeit, christliche Werte neu erstarken zu lassen. Es kann jeden treffen Erwerbslose, Kranke, Rentner und andere sozial Schwache sollen nicht
mehr als Ablenkung und Aggressions- Objekte angeboten werden. Ich
erwarte dass die Bevölkerung weniger Akzeptanz für diese "Sündenbock-Anprangerei"
aufbringt. Es kann jeden treffen. |
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Ich würde mir eine Gesetzgebung wünschen, die das unterbindet. Außerdem wäre ich für die Einführung von Arbeitslosengeld für Politiker und den Wegfall sämtlicher Privilegien bei grober Fahrlässigkeit und Amtsmißbrauch."
Der Name ist der Redaktion bekannt. Das oben abgebildete Ölgemälde mit
dem Titel "Armut" ist von unserer Gesprächspartnerin. Mehr
über das Gespräch unter: www.halz.org, dort auch ein Artikel über
seelische Folgen der Arbeitslosigkeit. |
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HALZ Kunst |
Sprach-Müll"… die Arbeitslosen von der Strasse holen ..." |
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HALZ über KopfSie kennen die vorherigen HALZ - Ausgaben nicht oder möchten etwas
nachlesen? Sie interessieren sich für aktuelle Veranstaltungen? Sie
haben einen tollen Beitrag geschrieben und möchten ihn unbedingt
veröffentlichen? Oder Sie haben den "HALZ" noch nicht voll? |
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| Die Arbeitslosen: Allein zu Haus. Vor TV und PC. Und wollen in Lohn und Brot gebracht werden? Das Problem ist (noch) nicht unser tägliches Brot. Arbeitslose wollen einen gut bezahlten Job, um mal wieder in Urlaub fahren zu können. Sprachmüll bedeutet: Wer die heutige Situation mit Bildern von vor 70 Jahren beschreibt, hat ein Problem mit der gesellschaftlichen Realität. HALZ rät daher: Wenn Ihnen Sprachmüll begegnet, aufsammeln und zurück an den Verursacher schicken. (kdg) |
ImpressumHALZ, Fössestr. 67, 30451 Hannover Internet: www.halz.org Fotos: Klaus-Dieter Gleitze HALZ dankt: Namentlich gezeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Reaktion wider. Verlag: Agenda-Zeitungsverlag Diese Ausgabe wird unterstützt von: |